Berufsbildung und Strukturwandel – intaktes Vertrauen in die Berufsbildung

Im Rahmen des Forschungsprogrammes des Swiss Leading House für Berufsbildungsökonomie haben Maria Cattaneo und Stefan C. Wolter 6000 Schweizerinnen und Schweizer zum Thema Berufsbildung und Strukturwandel befragt. Dabei kamen auch sogenannte Informationstreatments zum Einsatz: Einem Teil der Befragten werden vor der Befragung Informationen über den technischen Wandel vermittelt. Dies um herauszufinden, ob diese Information die Einschätzungen der Befragten, hinsichtlich der Frage ob die Berufsbildung geeignet ist Jugendliche auf einen sich verändernden Arbeitsmarkt vorzubereiten, verändert. Ein zweiter Schwerpunkt der Befragung liegt darin zu erforschen, ob bezüglich der Vorbereitung auf den Strukturwandel im Arbeitsmarkt, die Bevölkerung mehr Vertrauen in die Allgemeinbildung (Gymnasium, Fachmittelschule und Universität) oder die Berufsbildung setzt.

 

Die Befragung zeigt das Bild eines grundsätzlich intakten Vertrauens in die Fähigkeiten der Berufsbildung, die Jugend für die Arbeitswelt vorzubereiten. Gleichzeitig sinkt aber das Vertrauen, wenn explizite und detaillierte Informationen zum Strukturwandel vermittelt werden, weil dies bei den Befragte Unsicherheiten weckt, denen sie sich scheinbar zu wenig bewusst sind. Trotz Unsicherheit denken die Befragten aber nicht, dass die Allgemeinbildung der Berufsbildung überlegen ist. Im Gegenteil, eine klare Mehrheit geht davon aus, dass die Berufsbildung die Jugend von heute besser oder mindestens gleich gut auf die Welt von morgen vorbereitet als die Allgemeinbildung.

 

Beitrag zur Studie in Panorama 3/2020