Viele Wege führen zu Innovation, doch keiner führt an der Berufsbildung vorbei

Was sind Voraussetzungen für ein Unternehmen um in der Schweiz innovativ zu sein? Dieser Frage nimmt sich eine Studie der «Leading House»-Forscher Christian Rupietta und Uschi Backes-Gellner an. Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Innovation und der Qualifikationsstruktur der Angestellten einerseits. Sie untersucht andrerseits zur Qualifikationsstruktur komplementäre personalpolitische Strategien wie Teamwork oder Arbeitsplatzrotation und deren Effekt auf Innovation. Die Resultate zeigen, dass für Unternehmen unterschiedliche Wege zu Innovation führen. Aber, in der Schweiz nehmen Arbeitskräfte mit Berufsausbildung in nahezu allen diesen Strategien eine zentrale Rolle ein.

Die optimale Innovationsstrategie ist dabei abhängig von der Grösse und Branchen-zugehörigkeit des Unternehmens. In kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des traditionellen Produktionssektors ist eine Belegschaft, die aus Berufslehrabsolven-ten und Absolventen der höheren Berufsbildung besteht dann innovationsfördernd, wenn diese in Teams zusammenarbeiten. Demgegenüber werden in innovativen KMU der Hightech-Branchen typischerweise Absolventen der höheren Berufsbildung mit Universitätsabsolventen kombiniert. Eine Personalpolitik, die die Übertragung von Verantwortung an untere Stufen und Teamarbeit fördert, begünstigt die Innovation dieser Unternehmen zusätzlich. Auch innovative Grossunternehmen bauen oft auf die Kombination von Berufsbildungs- und Universitätsabsolventen. Besonders in Hightech-Branchen beschäftigen sie Arbeitskräfte aller Bildungsstufen und bauen stark auf Teamarbeit. Der dadurch entstehende Wissensaustausch kann als Grundvoraussetzung für Innovation in Grossunternehmen angesehen werden.